Überblick
Der Anbieter im Überblick:
Ein Hausnotruf besteht aus einer Basisstation mit Lautsprecher und Mikrofon, die über Telefonanschluss, Internet oder Mobilfunk mit einer Zentrale verbunden ist, und einem kleinen Funksender am Handgelenk oder an einer Kette. Ein Druck auf den Knopf genügt, und jemand aus der Zentrale meldet sich über die Freisprechanlage, spricht mit der Person und ruft Angehörige, Nachbarn oder den Rettungsdienst. Nach Angaben der Stiftung Warentest nutzen rund 1,3 Millionen Menschen in Deutschland einen solchen Dienst.
Anbieter sind Wohlfahrtsverbände ebenso wie private Unternehmen. Sie unterscheiden sich weniger bei der Technik als bei allem, was drumherum geleistet wird: ob ein eigener Einsatzdienst mit Schlüssel kommt, ob Rauchmelder oder eine Tagestaste angeschlossen werden können, wie mit Gesundheitsdaten umgegangen wird. Als die Stiftung Warentest 2018 neun Dienste prüfte, reagierten nur vier gut auf simulierte Notrufe, und keiner kam in der Gesamtnote über befriedigend hinaus.
Kompetenz
Was ein qualifizierter Anbieter leistet:
Die fachlichen Aufgaben eines ausgebildeten und zugelassenen Anbieters.
- Aufbau von Basisstation und Funksender in der Wohnung, mit Probealarm.
- Rund um die Uhr besetzte Zentrale, die über die Freisprechanlage antwortet.
- Benachrichtigung von Angehörigen, Nachbarn oder Rettungsdienst nach Notfallplan.
- Hinterlegung von Gesundheitsdaten, Medikamenten und Kontaktpersonen.
- Auf Wunsch Schlüsselhinterlegung und eigener Einsatzdienst, der in die Wohnung kommt.
- Auf Wunsch Sturzmelder, Rauchmelder, Tagestaste oder mobiles Gerät mit Ortung.
- Hilfe beim Antrag auf Kostenübernahme und direkte Abrechnung mit der Pflegekasse.
Gut zu wissen
Wann Sie einen Anbieter einschalten sollten
Ein Hausnotruf passt, wenn jemand allein lebt oder tagsüber lange allein ist und nach einem Sturz, bei Schwindel oder Atemnot nicht mehr ans Telefon käme. Häufiger Anlass ist die Rückkehr aus dem Krankenhaus. Wer noch viel unterwegs ist, braucht eher ein mobiles Gerät mit Ortung, das auch beim Einkaufen oder im Park funktioniert.
Mit Pflegegrad zahlt die Pflegekasse den Basistarif bis zu 27 Euro netto im Monat, sofern der Anbieter einen Vertrag mit ihr hat. Ohne Pflegegrad sind Sie Selbstzahler. Kommt später ein Pflegegrad hinzu, lohnt sich der Antrag bei der Kasse auch für ein Gerät, das schon läuft.
Kosten
Stundensatz und typische Leistungen
Der Basistarif kostet laut Verbraucherzentrale meist zwischen 27 und 40 Euro im Monat. Er umfasst Basisstation, Funksender, Einrichtung und die ständige Erreichbarkeit der Zentrale. Für den Anschluss verlangen manche Anbieter einmalig etwa 10 bis 80 Euro. Seit dem 1. April 2026 zahlt die Pflegekasse bis zu 27 Euro netto im Monat, mit Mehrwertsteuer 32,13 Euro.
Teuer werden die Extras. Schlüsselhinterlegung, Einsatzdienst, Sturzmelder oder ein mobiles Gerät mit GPS kosten zusammen schnell 30 bis 50 Euro im Monat zusätzlich, und diese Beträge übernimmt die Kasse nicht. Verlangen Sie eine Aufstellung, die Grundpreis und jede Zusatzleistung getrennt ausweist, und vergleichen Sie mindestens zwei Anbieter.
Kostenübersicht
Kosten im Detail nach Leistung
Bundesweit übliche Spannen, ohne Sonderfälle.
| Leistung | Übliche Kostenspanne | Was Sie wissen sollten |
|---|---|---|
| Basistarif Hausnotruf | 27–40 € pro Monat | Station, Sender und Zentrale; die Pflegekasse zahlt bis 27 € netto. |
| Anschlussgebühr | 10–80 € einmalig | Nicht jeder Anbieter berechnet sie; vor Vertragsschluss nachfragen. |
| Zusatzleistungen gesamt | 30–50 € pro Monat | Schlüssel, Einsatzdienst, Sensoren; die Pflegekasse beteiligt sich nicht. |
| Sturzmelder | 10–30 € pro Monat | Aufpreis zum Basistarif; erkennt vor allem harte Stürze aus dem Stand. |
| Notrufuhr mit Zentrale (Miete) | 30–60 € pro Monat | Mietmodell laut Stiftung Warentest 2026; ohne Kassenzuschuss. |
| Notrufuhr zum Kauf | Ca. 190 € + 10 €/Monat | Ruft hinterlegte Kontakte statt einer Zentrale; SIM-Karte kostet extra. |
| Zuschuss der Pflegekasse | 27 € netto pro Monat | Seit 1. April 2026, bei Pflegegrad und Kassenvertrag des Anbieters. |
Tipps
Die Tipps von Lennartin vor der Unterschrift
🌿 Lennartin, unser Maskottchen, teilt seine Tipps und praktischen Hinweise, damit Ihr Anliegen gut aufgehoben ist. Wer ist Lennartin?
Probealarm machen
Ich drücke nach der Installation einmal im Bad und einmal im Garten den Knopf. So wissen Sie, ob die Reichweite wirklich bis in jede Ecke genügt.
Notfallplan hinterlegen
Ich schreibe mit dem Anbieter auf, wen die Zentrale zuerst anruft, wer einen Schlüssel hat und welche Medikamente wichtig sind. Das spart im Ernstfall Minuten.
Kündigung beim Heimumzug
Ich achte im Vertrag darauf, dass er bei einem Umzug ins Pflegeheim schnell endet. Sonst zahlen Sie monatelang für ein Gerät, das niemand mehr trägt.
Kassenvertrag erfragen
Ich frage vorab, ob der Anbieter einen Vertrag mit Ihrer Pflegekasse hat. Nur dann rechnet er seit April 2026 die 27 Euro direkt mit der Kasse ab.
Akku im Blick
Fällt der Strom aus, hält der Akku der Basisstation meist zehn bis zwanzig Stunden. Ich frage deshalb, wie das Gerät einen leeren Akku meldet.
Daten aktuell halten
Ich melde dem Anbieter jede neue Diagnose, jedes neue Medikament und jede neue Telefonnummer der Kinder. Die Zentrale hilft nur so gut, wie ihre Daten sind.
FAQ
Häufige Fragen
Was kostet ein Hausnotruf ohne Pflegegrad?
Ohne Pflegegrad zahlen Sie alles selbst. Der Basistarif liegt laut Verbraucherzentrale meist bei 27 bis 40 Euro im Monat, dazu kommt bei manchen Anbietern eine einmalige Anschlussgebühr. Schlüsselhinterlegung oder Sturzmelder können weitere 30 bis 50 Euro monatlich kosten. Fragen Sie nach Mindestlaufzeit und Kündigungsfrist, damit Sie flexibel bleiben, falls später ein Pflegegrad bewilligt wird und die Kasse mitzahlt.
Wer kommt, wenn ich den Notrufknopf drücke?
Zuerst meldet sich die Zentrale über die Freisprechanlage der Basisstation. Je nach Lage verständigt sie die Kontaktpersonen, die Sie hinterlegt haben, oder den Rettungsdienst. Manche Anbieter schicken einen eigenen Einsatzdienst, der mit hinterlegtem Schlüssel in die Wohnung kommt; das ist meist eine kostenpflichtige Zusatzleistung. Halten Sie diesen Ablauf vor Vertragsschluss schriftlich im Notfallplan fest.
Funktioniert der Hausnotruf auch ohne Festnetz?
Ja. Die Basisstation braucht eine Steckdose und entweder einen Telefon- oder Internetanschluss oder eine SIM-Karte für das Mobilfunknetz. Eine SIM-Karte hilft auch, wenn der Internetanschluss gestört ist. Bei Stromausfall überbrückt der Akku laut Verbraucherzentrale etwa 10 bis 20 Stunden. Fragen Sie, ob die SIM-Karte im Preis enthalten ist oder gesondert berechnet wird.
Wie prüfe ich einen Hausnotruf-Vertrag?
Achten Sie auf getrennt ausgewiesene Preise für Grundpaket und Extras, auf Mindestlaufzeit und Kündigungsfrist und darauf, dass der Vertrag bei einem Umzug ins Pflegeheim zügig endet. Die Stiftung Warentest rät außerdem, den Ablauf im Notfall, den Umgang mit Gesundheitsdaten und die Haftungsregeln nachzulesen. Den Zuschuss von 27 Euro gibt es nur, wenn der Anbieter Vertragspartner Ihrer Pflegekasse ist.
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