Überblick
Der Anbieter im Überblick:
Ein Nachhilfeinstitut organisiert Förderunterricht außerhalb der Schule, meist in Kleingruppen oder einzeln, in eigenen Räumen oder online. Es stellt Lehrkräfte, plant Termine und rechnet in der Regel monatlich ab. Daneben gibt es private Lehrkräfte, oft Studierende oder pensionierte Lehrer, und Plattformen, die Einzelunterricht per Video vermitteln. Laut Bertelsmann Stiftung bekamen 14 Prozent der Kinder zwischen 6 und 16 Jahren Nachhilfe, am häufigsten in Mathe.
Der Beruf ist nicht geschützt, eine staatliche Zulassung gibt es nicht. Wer unterrichtet, hängt vom Anbieter ab: Lehramts- oder Fachstudierende, ausgebildete Lehrkräfte, Menschen mit Berufserfahrung im Fach. Rechtlich schließen Sie einen Dienstvertrag: Geschuldet ist der Unterricht, nicht eine bessere Note. Umso wichtiger sind eine Probestunde und faire Bedingungen.
Kompetenz
Was ein qualifizierter Anbieter leistet:
Die fachlichen Aufgaben eines ausgebildeten und zugelassenen Anbieters.
- Den Lernstand in einem Gespräch, mit Blick in Hefte und Klassenarbeiten und mit einem kurzen Test erheben.
- Einen Förderplan mit Themen, Zielen und Terminen aufstellen.
- Mathe, Deutsch, Fremdsprachen und Naturwissenschaften am aktuellen Schulstoff erklären und üben.
- Auf Klassenarbeiten, Abschlussprüfungen und das Abitur vorbereiten.
- Kleine Gruppen mit ähnlichem Stoff zusammenstellen.
- Eltern regelmäßig über Fortschritte und Probleme informieren.
- Hausaufgaben begleiten und mit dem Kind einüben, wie es sich Lernzeit und Stoff selbst einteilt.
Gut zu wissen
Wann Sie einen Anbieter einschalten sollten
Ein Institut lohnt sich, wenn Ihr Kind regelmäßige Termine, einen festen Ort und eine Organisation braucht, die bei Krankheit einer Lehrkraft Ersatz stellt. Es passt auch, wenn mehrere Fächer gleichzeitig wackeln oder eine Abschlussprüfung ansteht und ein strukturierter Plan über Monate gefragt ist. Fragen Sie vorher nach Gruppengröße und Probestunde.
Eine private Lehrkraft passt besser, wenn es um ein einzelnes Fach geht, wenn Sie flexibel bleiben wollen oder das Budget knapp ist. Bei einer Lese-Rechtschreib- oder Rechenschwäche hilft dagegen oft eine Lerntherapie mehr als Nachhilfe. Eine Diagnostik über den schulpsychologischen Dienst klärt, was dahintersteckt, bevor Sie Geld in Stunden investieren, die am Kern vorbeigehen.
Kosten
Stundensatz und typische Leistungen
Institute berechnen für Einzelunterricht grob 25 bis 45 Euro pro 45 Minuten, in der Kleingruppe um 10 Euro pro Kind. Hinzu kommt oft eine Anmeldegebühr. Private Lehrkräfte nehmen meist 15 bis 25 Euro pro Stunde, online eher 13 bis 20 Euro. Im Schnitt gaben Eltern laut Bertelsmann Stiftung 87 Euro im Monat aus.
Die Stunde allein sagt wenig. Rechnen Sie die Kosten über die Mindestlaufzeit aus, einschließlich Anmeldegebühr und Stunden, die ungenutzt verfallen. Verträge, die sich stillschweigend verlängern, müssen seit März 2022 danach mit höchstens einem Monat Frist kündbar sein. Die Stiftung Warentest rät außerdem, keine Kündigungsfrist von mehr als zwei Monaten zu akzeptieren.
Kostenübersicht
Kosten im Detail nach Leistung
Bundesweit übliche Spannen, ohne Sonderfälle.
| Leistung | Übliche Kostenspanne | Was Sie wissen sollten |
|---|---|---|
| Institut, Einzelunterricht | 25–45 € | Pro 45 Minuten; Stadt, Fach und Laufzeit bestimmen den Preis |
| Institut, Kleingruppe | Ca. 10 € | Pro Kind und 45 Minuten, bei wenigen Kindern mit ähnlichem Stoff |
| Anmeldegebühr | Einmalig | Nicht überall üblich; in die Gesamtkosten einrechnen |
| Private Lehrkraft | 15–25 € | Pro Stunde; Oberstufe und Großstadt eher am oberen Rand |
| Online-Einzelstunde | 13–20 € | Pro Stunde; Plattform-Abos oft mit fester Laufzeit |
| Online-Abo, 2 Stunden pro Woche | Ab 164 € | Pro Monat, günstigster Wert im Warentest-Vergleich 2026 |
| Lernförderung Bildungspaket | 0 € | Eigenanteil für berechtigte Familien, Antrag vor Beginn |
Tipps
Die Tipps von Lennartin vor der Unterschrift
🌿 Lennartin, unser Maskottchen, teilt seine Tipps und praktischen Hinweise, damit Ihr Anliegen gut aufgehoben ist. Wer ist Lennartin?
Zwei Angebote vergleichen
Ich lasse mich bei zwei Anbietern beraten und rechne die Kosten für ein halbes Jahr aus, mit Anmeldegebühr und Monatspreis. Erst dann sehe ich, was wirklich günstiger ist.
Die Lehrkraft kennenlernen
Ich frage nicht nur nach dem Institut, sondern nach der Person, die unterrichtet: Studium, Erfahrung, Fach. In der Probestunde sehe ich, ob sie zu meinem Kind passt.
Gruppe ansehen
In der Kleingruppe frage ich, wie viele Kinder da sind und ob sie am gleichen Stoff arbeiten. Sitzen Fünftklässler neben Zehntklässlern, bleibt wenig Zeit pro Kind.
Ferien im Vertrag
Ich lese, ob in den Ferien weitergezahlt werden soll, obwohl kein Unterricht stattfindet. Solche Klauseln halten Anwälte für angreifbar, ich frage vorher nach.
Förderung nutzen
Beziehen wir Wohngeld oder Kinderzuschlag, frage ich die Lehrkraft nach einer Bestätigung für die Lernförderung. Den Antrag stelle ich vor der ersten Stunde.
Nah an der Schule
Ich wähle ein Institut, das direkt am Schulweg oder an der Bushaltestelle liegt. Dann geht mein Kind nach der Schule hin, ohne dass ich es fahren muss.
FAQ
Häufige Fragen
Nachhilfeinstitut oder private Nachhilfe: was ist besser?
Das hängt von Ihrem Kind ab. Ein Institut bietet feste Termine, Räume, Ersatz bei Ausfall und einen Plan über mehrere Fächer, kostet aber mehr und bindet über eine Laufzeit. Private Lehrkräfte sind günstiger und flexibler, bei Krankheit oder Umzug fällt der Unterricht aber aus. Entscheidend ist in beiden Fällen die Person, die unterrichtet. Testen Sie sie in einer Probestunde, bevor Sie sich festlegen. Fragen Sie auch nach Gruppengröße, Anmeldegebühr und Mindestlaufzeit, damit Sie Angebote auf Augenhöhe vergleichen.
Wie kann ich einen Nachhilfevertrag kündigen?
Maßgeblich ist zuerst der Vertrag. Steht dort nichts, gilt bei monatlicher Zahlung: Kündigung bis zum 15. Zum Monatsende. Befristete Verträge enden mit Ablauf der Laufzeit, vorher nur aus wichtigem Grund. Verlängert sich ein Vertrag stillschweigend, muss er seit März 2022 mit höchstens einem Monat Frist kündbar sein. Kündigen Sie schriftlich oder über den Kündigungsbutton auf der Website und bewahren Sie die Bestätigung auf.
Muss ich in den Ferien für Nachhilfe bezahlen?
Das steht im Vertrag, lohnt aber einen genauen Blick. Klauseln, nach denen Sie für Ferienwochen ohne Unterricht zusätzlich zahlen sollen, halten Anwälte für angreifbar. Fragen Sie vor der Unterschrift, wie die Ferien berücksichtigt werden, und lassen Sie sich die Antwort schriftlich geben. Prüfen Sie außerdem, ob ausgefallene Stunden nachgeholt werden. Rechnen Sie aus, was ein Schuljahr mit allen Ferienwochen insgesamt kostet; so lassen sich Monatspauschalen und Einzelstunden fair vergleichen.
Wird Nachhilfe vom Staat bezahlt?
Für Familien mit Bürgergeld, Sozialhilfe, Wohngeld, Kinderzuschlag oder Asylbewerberleistungen ja: Das Bildungs- und Teilhabepaket übernimmt Lernförderung für Schülerinnen und Schüler bis 25 Jahre. Die Versetzung muss nicht gefährdet sein, die Lehrkraft bestätigt den Bedarf. Den Antrag stellen Sie beim Jobcenter oder bei der Stadt. Steuerlich ist Nachhilfe dagegen nicht als Kinderbetreuung absetzbar. Klären Sie mit dem Anbieter vorab, ob er die nötigen Angaben für den Antrag bereitstellt.
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