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Rund 1,2 Millionen Kinder nehmen Nachhilfe

Nachhilfeinstitut und private Lehrkraft: wer passt zu Ihrem Kind?

Nachhilfe gibt es im Institut, bei einer privaten Lehrkraft oder per Video. Die Unterschiede liegen weniger im Stoff als im Vertrag, im Preis und in der Person, die unterrichtet. Wir zeigen, was die Anbieter leisten, was sie kosten und worauf Sie vor der Unterschrift achten.

Bereich: Lernen & Betreuung

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🎒 14 %Der Schulkinder 6 bis 16 Jahre mit Nachhilfe, Bertelsmann Stiftung
🎒 87 €Pro Monat Durchschnittliche Ausgabe der Eltern
🎒 25–45 €Institut, Einzelstunde Pro 45 Minuten, je nach Stadt und Fach
🎒 2 MonateKündigungsfrist Sollte nach Stiftung Warentest nicht länger sein

Überblick

Der Anbieter im Überblick:

Ein Nachhilfeinstitut organisiert Förderunterricht außerhalb der Schule, meist in Kleingruppen oder einzeln, in eigenen Räumen oder online. Es stellt Lehrkräfte, plant Termine und rechnet in der Regel monatlich ab. Daneben gibt es private Lehrkräfte, oft Studierende oder pensionierte Lehrer, und Plattformen, die Einzelunterricht per Video vermitteln. Laut Bertelsmann Stiftung bekamen 14 Prozent der Kinder zwischen 6 und 16 Jahren Nachhilfe, am häufigsten in Mathe.

Der Beruf ist nicht geschützt, eine staatliche Zulassung gibt es nicht. Wer unterrichtet, hängt vom Anbieter ab: Lehramts- oder Fachstudierende, ausgebildete Lehrkräfte, Menschen mit Berufserfahrung im Fach. Rechtlich schließen Sie einen Dienstvertrag: Geschuldet ist der Unterricht, nicht eine bessere Note. Umso wichtiger sind eine Probestunde und faire Bedingungen.

Kompetenz

Was ein qualifizierter Anbieter leistet:

Die fachlichen Aufgaben eines ausgebildeten und zugelassenen Anbieters.

  • Den Lernstand in einem Gespräch, mit Blick in Hefte und Klassenarbeiten und mit einem kurzen Test erheben.
  • Einen Förderplan mit Themen, Zielen und Terminen aufstellen.
  • Mathe, Deutsch, Fremdsprachen und Naturwissenschaften am aktuellen Schulstoff erklären und üben.
  • Auf Klassenarbeiten, Abschlussprüfungen und das Abitur vorbereiten.
  • Kleine Gruppen mit ähnlichem Stoff zusammenstellen.
  • Eltern regelmäßig über Fortschritte und Probleme informieren.
  • Hausaufgaben begleiten und mit dem Kind einüben, wie es sich Lernzeit und Stoff selbst einteilt.

Gut zu wissen

Wann Sie einen Anbieter einschalten sollten

Ein Institut lohnt sich, wenn Ihr Kind regelmäßige Termine, einen festen Ort und eine Organisation braucht, die bei Krankheit einer Lehrkraft Ersatz stellt. Es passt auch, wenn mehrere Fächer gleichzeitig wackeln oder eine Abschlussprüfung ansteht und ein strukturierter Plan über Monate gefragt ist. Fragen Sie vorher nach Gruppengröße und Probestunde.

Eine private Lehrkraft passt besser, wenn es um ein einzelnes Fach geht, wenn Sie flexibel bleiben wollen oder das Budget knapp ist. Bei einer Lese-Rechtschreib- oder Rechenschwäche hilft dagegen oft eine Lerntherapie mehr als Nachhilfe. Eine Diagnostik über den schulpsychologischen Dienst klärt, was dahintersteckt, bevor Sie Geld in Stunden investieren, die am Kern vorbeigehen.

Kosten

Stundensatz und typische Leistungen

Institute berechnen für Einzelunterricht grob 25 bis 45 Euro pro 45 Minuten, in der Kleingruppe um 10 Euro pro Kind. Hinzu kommt oft eine Anmeldegebühr. Private Lehrkräfte nehmen meist 15 bis 25 Euro pro Stunde, online eher 13 bis 20 Euro. Im Schnitt gaben Eltern laut Bertelsmann Stiftung 87 Euro im Monat aus.

Die Stunde allein sagt wenig. Rechnen Sie die Kosten über die Mindestlaufzeit aus, einschließlich Anmeldegebühr und Stunden, die ungenutzt verfallen. Verträge, die sich stillschweigend verlängern, müssen seit März 2022 danach mit höchstens einem Monat Frist kündbar sein. Die Stiftung Warentest rät außerdem, keine Kündigungsfrist von mehr als zwei Monaten zu akzeptieren.

Kostenübersicht

Kosten im Detail nach Leistung

Bundesweit übliche Spannen, ohne Sonderfälle.

LeistungÜbliche KostenspanneWas Sie wissen sollten
Institut, Einzelunterricht 25–45 € Pro 45 Minuten; Stadt, Fach und Laufzeit bestimmen den Preis
Institut, Kleingruppe Ca. 10 € Pro Kind und 45 Minuten, bei wenigen Kindern mit ähnlichem Stoff
Anmeldegebühr Einmalig Nicht überall üblich; in die Gesamtkosten einrechnen
Private Lehrkraft 15–25 € Pro Stunde; Oberstufe und Großstadt eher am oberen Rand
Online-Einzelstunde 13–20 € Pro Stunde; Plattform-Abos oft mit fester Laufzeit
Online-Abo, 2 Stunden pro Woche Ab 164 € Pro Monat, günstigster Wert im Warentest-Vergleich 2026
Lernförderung Bildungspaket 0 € Eigenanteil für berechtigte Familien, Antrag vor Beginn

Tipps

Die Tipps von Lennartin vor der Unterschrift

🌿 Lennartin, unser Maskottchen, teilt seine Tipps und praktischen Hinweise, damit Ihr Anliegen gut aufgehoben ist. Wer ist Lennartin?

Zwei Angebote vergleichen

Ich lasse mich bei zwei Anbietern beraten und rechne die Kosten für ein halbes Jahr aus, mit Anmeldegebühr und Monatspreis. Erst dann sehe ich, was wirklich günstiger ist.

🌿 LennartinOffizielles Maskottchen

Die Lehrkraft kennenlernen

Ich frage nicht nur nach dem Institut, sondern nach der Person, die unterrichtet: Studium, Erfahrung, Fach. In der Probestunde sehe ich, ob sie zu meinem Kind passt.

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Gruppe ansehen

In der Kleingruppe frage ich, wie viele Kinder da sind und ob sie am gleichen Stoff arbeiten. Sitzen Fünftklässler neben Zehntklässlern, bleibt wenig Zeit pro Kind.

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Ferien im Vertrag

Ich lese, ob in den Ferien weitergezahlt werden soll, obwohl kein Unterricht stattfindet. Solche Klauseln halten Anwälte für angreifbar, ich frage vorher nach.

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Förderung nutzen

Beziehen wir Wohngeld oder Kinderzuschlag, frage ich die Lehrkraft nach einer Bestätigung für die Lernförderung. Den Antrag stelle ich vor der ersten Stunde.

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Nah an der Schule

Ich wähle ein Institut, das direkt am Schulweg oder an der Bushaltestelle liegt. Dann geht mein Kind nach der Schule hin, ohne dass ich es fahren muss.

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FAQ

Häufige Fragen

Nachhilfeinstitut oder private Nachhilfe: was ist besser?

Das hängt von Ihrem Kind ab. Ein Institut bietet feste Termine, Räume, Ersatz bei Ausfall und einen Plan über mehrere Fächer, kostet aber mehr und bindet über eine Laufzeit. Private Lehrkräfte sind günstiger und flexibler, bei Krankheit oder Umzug fällt der Unterricht aber aus. Entscheidend ist in beiden Fällen die Person, die unterrichtet. Testen Sie sie in einer Probestunde, bevor Sie sich festlegen. Fragen Sie auch nach Gruppengröße, Anmeldegebühr und Mindestlaufzeit, damit Sie Angebote auf Augenhöhe vergleichen.

Wie kann ich einen Nachhilfevertrag kündigen?

Maßgeblich ist zuerst der Vertrag. Steht dort nichts, gilt bei monatlicher Zahlung: Kündigung bis zum 15. Zum Monatsende. Befristete Verträge enden mit Ablauf der Laufzeit, vorher nur aus wichtigem Grund. Verlängert sich ein Vertrag stillschweigend, muss er seit März 2022 mit höchstens einem Monat Frist kündbar sein. Kündigen Sie schriftlich oder über den Kündigungsbutton auf der Website und bewahren Sie die Bestätigung auf.

Muss ich in den Ferien für Nachhilfe bezahlen?

Das steht im Vertrag, lohnt aber einen genauen Blick. Klauseln, nach denen Sie für Ferienwochen ohne Unterricht zusätzlich zahlen sollen, halten Anwälte für angreifbar. Fragen Sie vor der Unterschrift, wie die Ferien berücksichtigt werden, und lassen Sie sich die Antwort schriftlich geben. Prüfen Sie außerdem, ob ausgefallene Stunden nachgeholt werden. Rechnen Sie aus, was ein Schuljahr mit allen Ferienwochen insgesamt kostet; so lassen sich Monatspauschalen und Einzelstunden fair vergleichen.

Wird Nachhilfe vom Staat bezahlt?

Für Familien mit Bürgergeld, Sozialhilfe, Wohngeld, Kinderzuschlag oder Asylbewerberleistungen ja: Das Bildungs- und Teilhabepaket übernimmt Lernförderung für Schülerinnen und Schüler bis 25 Jahre. Die Versetzung muss nicht gefährdet sein, die Lehrkraft bestätigt den Bedarf. Den Antrag stellen Sie beim Jobcenter oder bei der Stadt. Steuerlich ist Nachhilfe dagegen nicht als Kinderbetreuung absetzbar. Klären Sie mit dem Anbieter vorab, ob er die nötigen Angaben für den Antrag bereitstellt.

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